Australien ist der einzige Kontinent, auf dem die meisten der giftigsten Landschlangen der Welt frei leben. In diesem Ranking werden die 10 giftigsten Schlangen Australiens mit wissenschaftlichem Namen, Gifttyp und geprüften Verhaltensfakten vorgestellt, damit klar wird, warum diese Tierwelt Australien weltweit so bekannt gemacht hat.
Kurz und knapp: die giftigen Schlangen in Australien
- Australien beherbergt 7 der 10 giftigsten Landschlangen der Welt, angeführt vom Inlandtaipan.
- Der Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus) besitzt das giftigste Gift aller Landschlangen weltweit: Ein einziger Biss enthält laut Zooangaben und medizinischen Quellen theoretisch genug Gift, um etwa 100 erwachsene Menschen zu töten.
- Die Östliche Braunschlange (Pseudonaja textilis) verursacht in Australien mehr Todesfälle durch Schlangenbisse als jede andere Art, obwohl ihr Gift nicht das stärkste ist, sie lebt einfach besonders häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen.
Übersichtstabelle: die 10 giftigsten Schlangen Australiens
| Platz | Name | Wissenschaftlicher Name | Wichtigster Fakt |
|---|---|---|---|
| 10 | Kleinäugige Schlange | Cryptophis nigrescens | Ihr Gift ist ein Myotoxin, das Muskeln zerstört statt das Nervensystem anzugreifen |
| 9 | Rotbauchschwarzotter | Pseudechis porphyriacus | Exzellenter Schwimmer; kein einziger bestätigter Todesfall durch diese Art ist dokumentiert |
| 8 | Australischer Kupferkopf | Austrelaps superbus | Bleibt selbst an kalten Wintermorgen aktiv, wenn andere Schlangen sich zurückziehen |
| 7 | Mulgaschlange (King Brown) | Pseudechis australis | Injiziert pro Biss mehr Gift als jede andere Schlange der Welt |
| 6 | Nördliche Braunschlange | Pseudonaja nuchalis | Es gibt kein artspezifisches Gegengift; verwendet wird das allgemeine Braunschlangen-Gegengift |
| 5 | Gewöhnliche Todesotter | Acanthophis antarcticus | Längste Giftzähne unter Australiens Schlangen und einer der schnellsten Angriffe überhaupt |
| 4 | Tigerotter | Notechis scutatus | Hervorragender Schwimmer, verantwortlich für einen Großteil der schweren Bisse im Süden des Landes |
| 3 | Küstentaipan | Oxyuranus scutellatus | Drittgiftigste Schlange der Welt und Rekordhalter für die größte in einem Melkvorgang gewonnene Giftmenge |
| 2 | Östliche Braunschlange | Pseudonaja textilis | Zweitgiftigste Schlange der Welt und die für die meisten Todesfälle in Australien verantwortliche Art |
| 1 | Inlandtaipan | Oxyuranus microlepidotus | Giftigste Landschlange der Welt, obwohl das Tier selbst scheu und zurückgezogen lebt |
Das komplette Ranking der giftigsten Schlangen Australiens
Im Folgenden werden alle Schlangen aus diesem Ranking der giftigsten Schlangen Australiens im Detail vorgestellt, von Platz 10 bis zur giftigsten Schlange der Welt.
10. Kleinäugige Schlange (Cryptophis nigrescens)
Die Kleinäugige Schlange gehört zu den in der Öffentlichkeit weniger bekannten giftigen Schlangen Australiens, obwohl ihr Gift eine medizinische Besonderheit aufweist: Statt das Nervensystem anzugreifen, enthält es ein Myotoxin, das Muskelgewebe schrittweise zersetzt. Dieser Prozess kann mehrere Tage dauern, bis Schmerzen und sichtbare Symptome auftreten, was die Diagnose erschwert. Da es kein speziell für diese Art entwickeltes Gegengift gibt, greifen Ärzte in Australien auf das Gegengift für Tigerottern zurück, da beide Giftarten eine ähnliche chemische Struktur aufweisen. Die Schlange ist ein spezialisierter Jäger von Skinken (kleinen Echsen), den sie vor allem in der Dämmerung jagt, während sie andere Beutetiere weitgehend ignoriert; Frösche scheint sie regelrecht zu verabscheuen und spuckt sie aus, wenn sie versehentlich ins Maul geraten. Häufig teilen sich mehrere Tiere ein Versteck unter demselben Stein oder Baumstamm, und Buschfeuer setzen den Populationen besonders stark zu, da der Verlust der Laubstreu sie schutzlos gegenüber Greifvögeln zurücklässt.
9. Rotbauchschwarzotter (Pseudechis porphyriacus)
Die Rotbauchschwarzotter zählt dank ihres glänzend schwarzen Rückens und des leuchtend roten bis rosafarbenen Bauchs zu den auffälligsten giftigen Schlangen Australiens. Sie ist ein hervorragender Schwimmer, der bevorzugt in der Nähe von Sümpfen, Flüssen und Billabongs (Altwasserseen) lebt, wo sie mehrere Minuten unter Wasser nach Fröschen und Fischen jagen kann. Obwohl sie zu den Arten mit den häufigsten Bissen in ihrem Verbreitungsgebiet zählt, wurde bislang kein einziger bestätigter Todesfall durch diese Schlange dokumentiert, nicht zuletzt dank eines wirksamen Gegengifts. Bemerkenswert ist zudem, dass sich die Rotbauchschwarzotter nach der Einschleppung der giftigen Aga-Kröte in Australien in wenigen Generationen evolutionär anpasste: Tiere mit kleineren Köpfen, die keine großen, hochgiftigen Kröten mehr schlucken konnten, hatten einen deutlichen Überlebensvorteil.
8. Australischer Kupferkopf (Austrelaps superbus)
Der Australische Kupferkopf sticht unter den giftigen Schlangen Australiens durch seine außergewöhnliche Kältetoleranz hervor. Während die meisten australischen Schlangen im Winter in einen Ruhezustand verfallen, bleibt diese Art auch an kalten Morgen aktiv, jagt weiter und sonnt sich, manche Populationen kommen sogar in Bergregionen nahe der Schneegrenze vor. Als Lauerjäger ist sie extrem geduldig und kann über lange Zeiträume vollkommen bewegungslos verharren, bis sich eine Beute nähert. Während der Paarungszeit tragen rivalisierende Männchen einen ritualisierten Zweikampf aus, bei dem sie ihre Körper von der Mitte abwärts umeinander schlingen, während sie den Kopf erhoben und vom Gegner ferngehalten halten. Es geht dabei um Kraft, nicht um einen Biss.
7. Mulgaschlange, auch King Brown genannt (Pseudechis australis)
Die Mulgaschlange, auch als King Brown bekannt, injiziert pro Biss mehr Gift als jede andere Giftschlange der Welt und übertrifft damit alle anderen Arten dieses Rankings deutlich in der Giftmenge. Trotz ihres englischen Namens King Brown gehört sie nicht zur Gattung der echten Braunschlangen (Pseudonaja), sondern zur Gattung der Schwarzottern (Pseudechis). Sie zählt zu den längsten Schlangen Australiens, einzelne Exemplare erreichen zweieinhalb Meter Länge, und besiedelt eine große Bandbreite an Lebensräumen von Graslandschaften bis zu Wüstengebieten. Anders als die meisten giftigen Schlangen Australiens, die lebende Jungtiere gebären, legt die Mulgaschlange Eier bis zu neunzehn Stück pro Gelege.
6. Nördliche Braunschlange (Pseudonaja nuchalis)
Die Nördliche Braunschlange gehört zu einem Artenkomplex von Braunschlangen, der sich über den Norden und das Zentrum Australiens erstreckt und dort ein breites Spektrum an Lebensräumen besiedelt, von Halbwüsten bis zu landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wie bei anderen Braunschlangen gibt es auch für diese Art kein eigenes Gegengift; Ärzte verwenden das allgemeine Gegengift für Schlangen der Gattung Pseudonaja, das aufgrund der Ähnlichkeit des Giftes innerhalb der Gattung wirksam ist. Es handelt sich um eine tagaktive Schlange, die sich in ländlichen Gebieten häufig in von Menschen zurückgelassenen Gegenständen versteckt, etwa alten Autoreifen, Wellblech oder Holzstapeln, was das Risiko zufälliger Begegnungen mit Menschen erhöht.
5. Gewöhnliche Todesotter (Acanthophis antarcticus)
Die Gewöhnliche Todesotter gehört neben dem Taipan und der Braunschlange zu den drei am meisten gefürchteten giftigen Schlangen Australiens und das wegen ihres Verhaltens. Anders als die meisten Schlangen, die den Kontakt mit Menschen meiden, ist sie ein typischer Lauerjäger: Sie gräbt sich fast vollständig unter Laub ein und bleibt regungslos liegen, während sie mit der dünnen Schwanzspitze die Bewegungen eines Wurms oder einer Larve imitiert, um Echsen und kleine Säugetiere anzulocken. Sie besitzt die längsten Giftzähne aller australischen Schlangen und einen der schnellsten jemals auf dem Kontinent registrierten Angriffe, trotz ihres kurzen, plump wirkenden Körpers. Anders als die meisten Arten dieser Liste legt sie keine Eier, sondern bringt lebende Jungtiere zur Welt. In manchen Regionen sind ihre Bestände rückläufig, weil die Tiere beim Versuch, die giftige Aga-Kröte zu fressen, selbst sterben.
4. Tigerotter (Notechis scutatus)
Die Tigerotter zählt zu den giftigen Schlangen Australiens mit den meisten dokumentierten schweren Bissen im Süden und Südosten des Landes, wo sie in der Nähe von Feuchtgebieten, Flüssen und städtischen Randgebieten lebt. Sie ist eine sichere Schwimmerin und kann bei der Jagd auf Frösche und andere Wassertiere tauchen. Ihr Streifenmuster, das ihr den Namen gab, ist stark variabel und kann bei manchen Populationen fast vollständig fehlen. Für diese Art wurde eines der ersten artspezifischen Gegengifte Australiens entwickelt, was die Sterblichkeit durch ihre Bisse seit Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich gesenkt hat.
3. Küstentaipan (Oxyuranus scutellatus)
Der Küstentaipan besitzt das drittgiftigste Gift unter allen Landschlangen der Welt und hält den Rekord für die größte Giftmenge, die je einer Schlange in einem einzigen Melkvorgang entnommen wurde. Er hat die längsten Giftzähne unter Australiens Schlangen — rund 13 Millimeter — die auf größere Beute wie Ratten und Kaninchen ausgelegt sind. Sein Gift vereint starke Neurotoxine mit Komponenten, die die Blutgerinnung stören, und kann ohne Gegengift innerhalb von weniger als dreißig Minuten zum Tod führen. Im Gegensatz zum Inlandtaipan reagiert der Küstentaipan aggressiver, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt, und besiedelt Küstenregionen im Norden und Nordosten Australiens, teils in der Nähe menschlicher Siedlungen.
2. Östliche Braunschlange (Pseudonaja textilis)
Die Östliche Braunschlange besitzt das zweitgiftigste Gift unter allen Landschlangen der Welt, trotz sehr kurzer Giftzähne von nur etwa drei Zentimetern. Sie ist die Art, die in Australien mit Abstand die meisten Todesfälle durch Schlangenbisse verursacht, da sie sich erfolgreich an ländliche und städtische Gebiete im gesamten Osten des Landes angepasst hat, wo sie Nagetiere, Frösche und andere Reptilien jagt. Ihr Gift enthält Neurotoxine und starke Prokoagulanzien, die direkt auf das Blut wirken; klinisch zeigt sich bei Gebissenen meist ein plötzlicher Kreislaufkollaps in Kombination mit einer schweren Gerinnungsstörung und seltener eine fortschreitende Muskellähmung, ein Befund, der von australischen Toxikologen weiterhin untersucht wird. Die Schlange bewegt sich sehr schnell und wachsam und kann aggressiv reagieren, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlt.
1. Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus): die giftigste Schlange der Welt
Der Inlandtaipan führt dieses Ranking der giftigsten Schlangen Australiens an, weil er das giftigste Gift aller Landschlangen weltweit produziert. Verschiedenen wissenschaftlichen Quellen zufolge enthält ein einziger Biss theoretisch genug Gift, um rund 100 erwachsene Menschen zu töten ein Wert, der weit über dem jeder anderen Landschlange der Welt liegt. Seine Jagdtechnik ist ebenso effizient wie sein Gift: Statt zuzubeißen und festzuhalten, schlägt der Inlandtaipan mehrfach schnell hintereinander zu und lässt jedes Mal wieder los, um möglichst viel Gift in Nagetiere zu injizieren, ohne sich einem Gegenbiss auszusetzen. Er kann seine Hautfarbe je nach Jahreszeit ändern: Im Winter wird er dunkler, um mehr Sonnenwärme aufzunehmen, im Sommer heller, um überschüssige Strahlung zu reflektieren ein bei Reptilien seltener Mechanismus der Temperaturregulation. Trotz seines Rufs als „grimmige Schlange“ ist er überraschend scheu und zurückgezogen; er lebt in Lehmspalten und verlassenen Bauten in abgelegenen, trockenen Regionen Zentralaustraliens, weshalb Begegnungen mit Menschen extrem selten sind und bislang kein bestätigter Todesfall durch diese Art dokumentiert wurde. Sein wissenschaftlicher Name Oxyuranus microlepidotus bedeutet wörtlich „spitzer Schwanz“ und „kleinschuppig“ und verweist auf die feine Beschaffenheit seiner Haut.
Häufig gestellte Fragen zu giftigen Schlangen in Australien
Welche ist die giftigste Schlange Australiens?
Die giftigste Schlange Australiens ist der Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus). Sein Gift gilt als das giftigste unter allen Landschlangen weltweit: Ein einziger Biss enthält theoretisch genug Toxin, um rund 100 erwachsene Menschen zu töten. Dennoch ist es eine sehr scheue Schlange, die in abgelegenen Regionen Zentralaustraliens lebt und Menschen nur äußerst selten begegnet.
Welche ist die giftigste Schlange der Welt?
Der Inlandtaipan (Oxyuranus microlepidotus), der ausschließlich in Australien vorkommt, gilt aufgrund seiner mittleren letalen Dosis (LD50) in Laborversuchen als giftigste Landschlange der Welt. Dahinter folgen die Östliche Braunschlange und der Küstentaipan, beide ebenfalls aus Australien, was erklärt, warum gerade dieses Land die Schlangen mit dem stärksten Gift der Welt beherbergt.
Welche Schlange verursacht die meisten Todesfälle in Australien?
Obwohl ihr Gift nicht das stärkste ist, ist die Östliche Braunschlange (Pseudonaja textilis) für die meisten Todesfälle durch Schlangenbisse in Australien verantwortlich. Der Grund: Sie kommt sehr häufig in städtischen und ländlichen Gebieten im Osten des Landes vor, bewegt sich extrem schnell und kann bei Bedrohung aggressiv reagieren, anders als der Inlandtaipan, der in menschenleeren Gegenden lebt.
Gibt es ein Gegengift gegen giftige Schlangen in Australien?
Ja. In Australien werden artspezifische Gegengifte nach Schlangengruppen produziert, unter anderem für Braunschlangen, Tigerottern, Taipane, Schwarzottern und Todesottern, sowie ein polyvalentes Gegengift, das mehrere Arten gleichzeitig abdeckt. Bei Arten ohne eigenes Gegengift, etwa der Kleinäugigen Schlange oder der Nördlichen Braunschlange, verwenden Ärzte das Gegengift einer Art mit chemisch ähnlichem Gift.
Wie viele giftige Schlangen gibt es in Australien?
In Australien leben rund 140 Landschlangenarten und etwa 32 Seeschlangenarten. Davon gelten zwischen 100 und 110 Arten als giftig, wobei nur etwa 12 Arten ein Gift besitzen, das stark genug ist, um ohne medizinische Behandlung tödlich zu wirken.
Was tun bei einem Biss einer giftigen Schlange in Australien?
Bei einem Schlangenbiss in Australien sollte die betroffene Person zuerst ruhiggestellt werden, da sich das Gift hauptsächlich über das Lymphsystem ausbreitet und Bewegung diesen Prozess beschleunigt. Empfohlen wird ein fester Kompressionsverband von den Fingerspitzen bis zum oberen Ende der betroffenen Gliedmaße, ohne Kleidung zu entfernen oder die Wunde auszuwaschen, sowie der sofortige Anruf beim australischen Notruf 000, um medizinische Hilfe mit Gegengift zu erhalten.

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